Bruttobeitrag Nettobeitrag: BU-Versicherung im Fokus

Garantiezins BU Beitrag

Niedriger Garantiezins treibt Kosten der BU-Versicherung in die Höhe

Viele Berufsunfähigkeitsversicherungen erhöhen zum Januar 2017 ihren Beitrag. Sowohl neue Versicherungsnehmer als auch Bestandskunden müssen nun höhere Kosten für die Absicherung gegen die Berufsunfähigkeit tragen, Stichwort „Bruttobeitrag Nettobeitrag“.

Schuld an diesem Umstand ist jedoch nicht nur der niedrige Marktzins und damit der auf 0,9 Prozent gesunkene Garantiezins für Renten- und Lebensversicherungen. Einige Probleme bei den Versicherern sind hausgemacht.

Eine Bestandsaufnahme der Ratingagentur Franke und Bornberg fördert 13 BU-Versicherer zu Tage, die ihre Überschüsse reduzieren und damit ihren Nettobeitrag in Richtung Bruttobeitrag anheben mussten. Doch was bedeutet das für die Versicherten und welche Versicherer haben stabile Beiträge?

Unterkalkulation bei Berufsunfähigkeitsversicherung treibt Kosten in die Höhe

Wie aggressiv Versicherer in Deutschland im Bereich der selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung kalkulieren, zeigt ein aktueller Test der Ratingagentur Franke und Bornberg. So prüften die Experten die Beitragsstabilität zahlreicher BU-Anbieter. Sie kommen zu dem Schluss, dass im Kampf um Versicherungskunden oft eine Unterkalkulation der Beiträge stattfindet, die besonders in Fasen niedriger Marktzinsen in Beitragserhöhungen münden.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Bruttobeitrag Nettobeitrag erklärt

In jeder BU-Police sind zwei Beiträge festgelegt. Zum einen der unabänderliche Bruttobeitrag und der niedrigere Nettobeitrag, der sich je nach Höhe der Überschussbeteiligung variieren kann. Der Bruttobeitrag wird versicherungsmathematisch auf Grundlage des Risikoprofils eines jeden Versicherten berechnet. Erzielte Überschüsse der Gesellschaften werden anteilig von diesem Betrag abgezogen und daraus ergibt sich der Nettobeitrag und damit der tatsächliche Zahlbetrag.

So mussten laut dem BU Vergleich von Franke und Bornberg insgesamt 13 Versicherer ihre Überschussbeteiligungen kürzen. Das hat höhere Kosten für die Versicherten in den betreffenden Tarifen zur Folge. Denn der Nettobeitrag, gleichzeitig auch der tatsächlich zu zahlende Beitrag, entspricht dem höheren Bruttobeitrag abzüglich der Überschussbeteiligung. Sinken die Überschüsse, so steigt auch der Nettobeitrag, schlimmstenfalls bis zum Bruttobeitrag.

Berufsunfähigkeitsversicherungen mit den stabilsten Beiträgen laut Test von Franke und Bornberg

Die laut Franke und Bornberg stabilsten Versicherer für die Berufsunfähigkeitsversicherung in der Reihenfolge der meisten erzielten Punkte im Rating:

Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich empfehlenswert und lohnend

Doch die Diskrepanz zwischen Nettobeitrag und Bruttobeitrag sind nicht die einzigen Faktoren auf die geachtet werden sollte. Auch die Unterschiede in den Prämien je nach Gesellschaft und Tarif sind teilweise sehr groß, so dass sich ein Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherung in jedem Fall lohnt.

Beim vergleich sollten jedoch nicht nur die Kosten geprüft werden. Vielmehr empfiehlt sich ein genauer Blick auf die Vertragsbedingungen in der BU-Police. So sollte der Verzicht auf die abstrakte Verweisung in jedem Fall vermerkt sein. Auch ein verkürzter Prognosezeitraum und die Nachversicherungsgarantie sind nicht unwesentlich für eine optimale Berufsunfähigkeitsversicherung.

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