Erwerbsunfähigkeitsversicherung Vergleich 2019 > Kosten Rechner

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung – kurz als EU-Versicherung bezeichnet – gilt als interessante Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Auch sie dient der Absicherung des Versicherten bei einem gesundheitlich bedingten Verlust der Arbeitskraft.

Doch wie funktioniert die EU-Versicherung, und wie unterscheidet sie sich von der BU-Versicherung? Und worauf sollten Sie achten, bevor Sie den Vertrag abschließen?

So finden Sie die mit Hilfe des EU Vergleichs die optimale Absicherung und sparen hunderte Euro an Beiträgen. Das zeigt der EU-Versicherung Test der Stiftung Warentest.

Wie funktioniert die Erwerbsunfähigkeitsversicherung?

Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung greift bei einem Verlust der Arbeitskraft, sofern er durch eine Krankheit, einen Unfall oder einen Kräfteverfall verursacht wurde. Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Nervenerkrankungen sind ebenfalls versichert.

Der Versicherte zahlt dafür monatlich oder jährlich einen Versicherungsbeitrag. Im Leistungsfall erhält er eine monatliche Erwerbsunfähigkeitsrente in der vereinbarten Höhe. Die EU-Versicherung ist in der Regel günstiger als die Berufsunfähigkeitsversicherung, bietet im Vergleich aber eine geringere Absicherung.

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Wie unterscheiden sich BU- und EU-Versicherung?

Aufgrund des Leistungsumfangs ist der BU-Versicherung der Vorzug zu geben. Allerdings sind die Prämien für eine BU-Versicherung bei manchen Risikoberufen oder für Menschen mit einer Vorerkrankung sehr hoch. Die EU-Versicherung ist oft die preiswertere Option.

Zwar ist bei beiden Versicherungen eine Rentenzahlung vorgesehen, doch die Voraussetzungen für den Leistungsfall sind unterschiedlich definiert. In der BU-Versicherung tritt der Leistungsfall ein, wenn der Versicherte seine zuletzt ausgeübte berufliche Tätigkeit zu weniger als 50 Prozent ausüben kann.

In der EU-Versicherung tritt der Leistungsfall ein, wenn der Versicherte weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten kann.

Welche Unterschiede bestehen zur gesetzlichen Absicherung?

Die gesetzliche Absicherung greift in Form der Erwerbsminderungsrente. Voraussetzung für die Zahlung der gesetzlichen EU-Rente ist, dass der Arbeitnehmer in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt. Der Leistungsfall für die volle Rente wegen Erwerbsminderung tritt ein, wenn Sie dem Arbeitsmarkt weniger als drei Stunden pro Tag zur Verfügung stehen.

Eine halbe Erwerbsminderungsrente wird gewährt, wenn Sie täglich zwischen drei und sechs Stunden arbeiten können. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie in Ihrem bisherigen Beruf tätig sein können oder ob Sie eine andere Tätigkeit übernehmen müssen.

Oft wird die staatliche Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung mit der privaten Erwerbsunfähigkeitsrente verwechselt. Hier alle Infos zu Voraussetzungen, Höhe, Antrag, Hinzuverdienst und Steuer:

Erwerbsunfähigkeitsrente

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente liegt unter dem bisherigen Nettoeinkommen. Sie macht rund 50 bis 60 Prozent des letzten Einkommens aus. Somit entsteht im Versicherungsfall eine Deckungslücke, die Sie schließen sollten, um Ihren gewohnten Lebensstandard bei einer Erwerbsunfähigkeit zu halten. Dazu eignet sich die Erwerbsunfähigkeitsversicherung.

Worauf müssen Sie vor dem Abschluss achten?

Obwohl die EU-Versicherung in der Regel günstiger ist als die BU-Versicherung, gehört sie zur den teuren Absicherungen. Um nicht unnötig hohe Versicherungsprämien zu zahlen, lohnt es sich, vor dem Abschluss des Vertrags ein paar Dinge zu beachten.

Günstige Prämien in jungen Jahren und bei gutem Gesundheitszustand

Schließen Sie die Police schon in jungen Jahren ab. Junge und gesunde Versicherte zahlen einen niedrigeren Beitrag als ältere Versicherte oder als Versicherungsnehmer mit Vorerkrankungen.

Das liegt daran, dass das Risiko einer Erwerbsunfähigkeit mit dem Alter oder bei einer bestehenden Vorerkrankung zunimmt. Durch höhere Beiträge beteiligt Sie der Versicherer an seinem Risiko, dass der Leistungsfall eintritt.

Studierende und Auszubildende erhalten von vielen Gesellschaften besonders günstige Prämien. Eine erneute Gesundheitsprüfung wird beim Eintritt ins Berufsleben üblicherweise nicht durchgeführt.

Kosten und Beitrag der Erwerbsunfähigkeitsversicherung vergleichen

Vergleichen Sie vor dem Abschluss den Preis der Brutto- und der Nettoprämie. Viele Versicherer ziehen von der Bruttoprämie die Gewinn- und Überschussbeteiligung ab. Man spricht dann von der Sofortverrechnung.

Dadurch kann die Nettoprämie deutlich niedriger sein als die Bruttoprämie. Viele Versicherer werben mit der günstigen Nettoprämie, obwohl diese nicht garantiert ist. Bei einem Vergleich der Kosten sollten Sie deshalb immer auf die Bruttoprämie achten.

Die Kosten für eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung sind in jungen Jahren sehr gering. Deshalb lohnt eine Absicherung nicht nur aus Kostengründen bereits in jungen Jahren. So können Kinder von dauerhaft günstigen Beiträgen profitieren.

Bonität der EU-Versicherer im Rating der Analysten

Entscheiden Sie sich für einen Versicherer mit einer soliden Finanzkraft. Unter Umständen muss die Gesellschaft viele Jahre lang eine EU-Rente zahlen. Deshalb sollte die Gesellschaft unbedingt eine sehr gute Bonität nachweisen.

Orientieren Sie sich bei der Wahl des Versicherers auch an der Bonität. Einen Anhaltspunkt dazu liefern die Einstufungen anerkannter Ratingagenturen wie zum Beispiel Moody´s oder Fitch.

Erwerbsufähiggkeitsvesicherung ohne Gesundheitsfragen?

Ganz ohne Gesundheitsfragen geht es auch bei der EU-Versicherung nicht. Allerdings werden lediglich vereinfachte Gesundheitsfragen im Antrag gestellt.

Bevor der Versicherer Ihren Antrag zum Abschluss des Vertrags annimmt, müssen Sie seine Gesundheitsfragen beantworten. Diese sind im Versicherungsantrag aufgeführt. Der Versicherer verschafft sich anhand Ihrer Angaben einen Überblick über das voraussichtliche Risiko einer Erwerbsunfähigkeit.

Experten-Tipp: Vor der Antragstellung können Sie eine Risikovoranfrage stellen. Mit dieser stellen Sie fest, wie die Chancen auf Annahme stehen. So riskieren Sie keine Ablehnung, die Ihnen dann den Antrag auch bei anderen Versicherern erschwert.

Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen

Beantworten Sie die Fragen unbedingt vollständig und ehrlich. Sie können auch Unterlagen Ihrer Ärzte dazu anfordern. Stellt der Versicherer im Nachhinein fest, dass Sie falsche Angaben gemacht haben, kann er unter Umständen vom Vertrag zurücktreten oder die Zahlung der EU-Rente verweigern.

Gesundheitsprüfung bei bestehenden Vorerkrankungen

EU-Versicherung

Erwerbsunfähigkeitsversicherung sinnvoll? Infos, Vergleich & Rechner zur EU-Versicherung

Falls bei Ihnen gesundheitliche Vorbelastung besteht, können Sie eine Risikoanfrage in anonymisierter Form bei Ihrem Versicherer einreichen. Zwar kann der Versicherer Ihren Antrag aufgrund Ihrer Angaben ablehnen, allerdings wird diese Ablehnung nicht in die „Zentrale Wagnisdatei“ eingetragen.

In der Zentralen Wagnisdatei sind Ablehnungen von Anträgen eingetragen, anderer Versicherer können dort einsehen, ob bereits ein Versicherungsantrag von Ihnen abgelehnt wurde. Mit einer Ablehnung durch einen Versicherer steigt auch Ihr Risiko, dass die nächste Gesellschaft Ihren Antrag nicht annimmt.

Worauf sollten Sie bei Ihrem Tarif achten?

Ihre EU-Versicherung muss leisten, wenn Sie erwerbsunfähig werden. Achten Sie deshalb bei der Wahl Ihres Tarifs nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Leistungen. Sie werden maßgeblich durch die Versicherungsbedingungen für Ihren Tarif bestimmt.

Zwar sind die Grundleistungen bei allen Tarifen sehr ähnlich. Die Unterschiede ergeben sich aus den Einzelheiten, diese sollten Sie genau prüfen. Wichtige Kriterien sind

  • die Leistungszeit
  • die Versicherungszeit
  • die Beitragsdynamik
  • rückwirkende Leistungen
  • die nachträgliche Anzeigepflicht

Leistungszeit

Die Leistungszeit sollte bis zum Beginn des regulären Renteneintrittsalters vereinbart sein. Dann erhalten Sie Ihre Regelaltersrente und sind bis zu diesem Zeitpunkt versichert. Viele Tarife werden deutlich teurer, wenn Sie sich bis zum Eintritt des 67. Lebensjahres versichern lassen, weil das Risiko einer Erwerbsunfähigkeit vor allem in den Jahren vor dem Rentenbeginn überproportional hoch ist.

Versicherungszeit

Die Versicherungszeit steht für den Zeitraum, in dem die Erwerbsunfähigkeit festgestellt werden muss, damit Sie eine EU-Rente erhalten. Sofern die Versicherungszeit bis zum 60. Lebensjahr greift und Ihre Erwerbsunfähigkeit im 62. Lebensjahr beginnt, bekommen Sie keine Rente durch Ihren Versicherer.

Beitragsdynamik

Vereinbaren Sie eine Beitragsdynamik, steigen dadurch die Versicherungsprämien in jedem Jahr, in dem Sie der Dynamik zustimmen. Dadurch steigt Ihre Rente im Leistungsfall. Bis zu drei Mal dürfen Sie die Dynamik ablehnen. Das ist sinnvoll, um die Kosten für die Versicherung nicht zu sehr in die Höhe zu treiben.

Rückwirkende Leistungen

Manche Tarife sehen nicht sofort eine Leistung vor, wenn die Erwerbsunfähigkeit eintritt. Üblich ist eine Wartezeit von sechs Monaten. Sofern rückwirkende Leistungen im Tarif vorgesehen sind, bekommen Sie Ihre EU-Rente für den vereinbarten Zeitraum, selbst wenn die Erwerbsunfähigkeit erst später festgestellt wird.

Zu empfehlen ist eine rückwirkende Leistung von drei Jahren, nachdem Ihre Erwerbsunfähigkeit beginnt.

Nachträgliche Anzeigepflicht

Verzichtet der Versicherer auf eine Anzeigepflicht nach dem Abschluss des Vertrags, müssen Sie einen Berufswechsel nicht anzeigen. Auch zusätzliche Risikofaktoren wie die Ausübung eines bestimmten Sports muss dann nicht angegeben werden.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung sinnvoll? – für wen ist die EU zu empfehlen?

Arbeitnehmer sind zwar gesetzlich rentenversicht und erhalten eine Erwerbsminderungsrente, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Eine EU-Versicherung ergänzt diesen Versicherungsschutz allerdings, da die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nur einen Teil des letzten Nettoeinkommens ausmacht.

Weitere Alternativen zur BU und EU Versicherung:

Für Selbstständige ist eine Erwerbsunfähigkeitsrente sehr zu empfehlen, da sie häufig nicht gesetzlich rentenversichert sind. Auch Angehörige von Risikogruppen sind mit einer EU-Versicherung gut beraten, sie ist meist günstiger als eine BU-Versicherung.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung Vergleich Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hat die EU-Versicherung zum letzten Mal im Juni 2016 auf den Prüfstand gestellt. Damals wurden 27 Angebote analysiert. Mit „Sehr gut“ bewertet wurde die Europa Versicherung mit dem Tarif „EU-Vorsorge Premium“.

Auch die Zurich hat mit dem Tarif für die Erwerbsunfähigkeitsvorsorge gut abgeschnitten, allerdings konnten hier Akademiker nicht versichert werden. Acht Tarife erhielten im Test die Note „Gut“, acht Tarife wurden mit „Befriedigend“ bewertet.

Stiftung Warentest Empfehlung: EU-Versicherung “besser als nichts”

Ein Vorteil der Erwerbsunfähigkeitsversicherung sind die verkürzten Gesundheitsfragen. Diese Police kann daher dann noch abgeschlossen werden, wenn eine „normale“ Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund von Vorerkrankungen abgelehnt oder nur mit hohen Risikoaufschlägen genehmigt würde.

Eine solche Absicherung ist den Experten der Stiftung Warentest / Finanztest zufolge zwar nicht optimal, aber durchaus „besser als nichts“.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung Vergleich Kosten Leistung

In der Ausgabe 7/2012 gaben die Spezialisten der Finanztest aber nicht nur Auskunft über mögliche Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung, sondern sie zeigten auch die besten Testergebnisse für Arbeitsunfähigkeitsversicherungen am Markt auf.

Sie überprüften hierbei zum einen den Preis der einzelnen Angebote, zum anderen wurden aber auch die Leistungen, z.B. die Höhe der Arbeitsunfähigkeitsrente, einem Test unterzogen.

Vergleich Erwerbsunfähigkeitsversicherung Testsieger 2019

Der Testsieger im Bereich der Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist hier die AachenMünchener Versicherung mit ihrem Tarif EU F/M. Er ist nicht nur für alle Berufe offen, sondern bietet auch eine Nachversicherungsgarantie. Mit ihr ist es möglich, die einmal vereinbarte Rente bei bestimmten persönlichen Ereignissen zu erhöhen und damit den Lebensumständen anzupassen.

Platz zwei belegte die Bayern-Versicherung mit ihrem Tarif „Einkommensabsicherung Arbeitskraft“. Neben der monatlichen Rentenzahlung bietet dieser Tarif auch eine einmalige Kapitalzahlung, die bei derart schweren Beeinträchtigungen sehr sinnvoll und hilfreich sein kann. Sollte die Erwerbsunfähigkeit zudem in Folge einer schweren Erkrankung eintreten, erhalten Versicherte sogar erhöhte Leistungen.

Der dritte Platz geht an die Cosmos Direkt, die mit ihrem Tarif ERK 1.66 sogar einen Todesfallschutz mit anbietet. Zu den weiteren Angeboten im Bereich der Erwerbsunfähigkeitsversicherung gehören die Ergo Versicherung, die Europa sowie die Gothaer.

Beste Erwerbsunfähigkeitsversicherung anhand der Testergebnisse

Trotz dieser aktuellen Testergebnisse ist es vor dem Abschluss einer EU Versicherung wichtig, einen ausführlichen Vergleich und eine individuelle Berechnung vorzunehmen. Die Testergebnisse der Stiftung Warentest und Finanztest zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung können hier jedoch helfen, die besten Verträge am Markt auszuwählen und diese für die eigene Vorsorge zu nutzen.