Verweisung Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherungen enthalten immer auch eine Klausel zur Verweisung in den Versicherungsbedingungen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann sowohl eine konkrete Verweisung als auch eine abstrakte Verweisung beinhalten. Die Verweisung gibt einer Versicherung nämlich das Recht, ihren Versicherungen bei vorliegender Berufsunfähigkeit in einen anderen Beruf zu verweisen. Ist eine solch anderweitige Beschäftigung möglich, würde die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente entfallen. Insofern ist die Prüfung der BU-Versicherung auf die Verweisungsklausel sinnvoll und wichtig.

Berufsunfähigkeitsversicherung Verweisung: abstrakt und konkret

Hat sich die Versicherung im BU Vertrag das Recht auf Verweisung gesichert, kann sie den Betroffenen bei körperlichen Beeinträchtigungen, durch die eine Berufsunfähigkeit vorliegt, in andere Berufe verweisen. Schließlich gibt die Berufsunfähigkeit nur an, dass der aktuelle Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Erst dann, wenn eine Erwerbsunfähigkeit vorliegt, ist keine Beschäftigung mehr möglich. Solch enorme Einschränkungen treten jedoch nur in wenigen Fällen auf, sodass es bei den meisten Versicherten durchaus möglich sein kann, sie in andere Berufe zu verweisen. Ein Dachdecker mit Bandscheibenvorfall beispielsweise kann zwar nicht mehr auf dem Dach arbeiten, er kann aber durchaus als Berater oder Mitarbeiter im Baumarkt tätig werden.

Abstrakte Verweisung in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Am häufigsten ist in BU-Versicherungen die abstrakte Verweisung zu finden. Die Verweisung wird hier nur geringfügig eingeschränkt. Der neue Beruf muss damit lediglich zumutbar und nach der vorhandenen Ausbildung und dem Gehalt angemessen sein. Einkommenseinbußen von bis zu 20 Prozent sind hierbei aber durchaus angemessen und müssen akzeptiert werden. Ob in den genannten anderen Berufen dann aber ein Arbeitsplatz gefunden werden kann, prüft die Versicherung nicht. Das Arbeitsmarktrisiko trägt in diesem Fall somit einzig der Kunde, der sich entsprechend um eine Arbeit kümmern muss. Die Rente wegen Berufsunfähigkeit kann in diesen Fällen hingegen nicht gezahlt werden.

Konkrete Verweisung in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Abwandlung der abstrakten Verweisung ist die konkrete Verweisung in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Auch sie ist unter Umständen in Versicherungsverträgen zu finden und besagt, dass ein Versicherungsnehmer bei vorliegender Berufsunfähigkeit nur dann verwiesen werden kann, wenn der die neue Beschäftigung freiwillig ausübt. In den meisten Fällen hat der Versicherte dann bereits eine neue Beschäftigung gefunden und übt diese sogar schon aus.

Wenn beispielsweise ein bisheriger Masseur aufgrund von Skeletterkrankungen diesen Beruf nicht mehr ausüben kann, aber freiwillig als Bademeister tätig wird, ist eine solch konkrete Verweisung gegeben. Diese Berufsunfähigkeits-Klausel ist für Versicherungsnehmer also kaum nachteilig, sie soll lediglich die Versicherungsgemeinschaft schützen. Wenn ein Erkrankter nämlich eine andere Beschäftigung ausübt, kann so die BU Rente gestoppt bzw. reduziert werden. Die Berufsunfähigkeitsrente wird in diesen Fällen oft nur noch zum Ausgleich zwischen dem bisherigen und dem neuen Einkommen genutzt.

Verzicht auf Verweisung in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Um nicht zwischen abstrakter und konkreter Verweisung unterscheiden und die jeweiligen Vor- und Nachteile prüfen zu müssen, bietet es sich an, Verträge mit einem Verzicht auf die Verweisung zu nutzen. Diese werden auch von unabhängigen Testern sowie der Stiftung Warentest empfohlen. Alle „Berufsunfähigkeitsversicherung Testsieger“ dieser Experten enthalten den Verzicht auf die abstrakte Verweisung und sind daher für Versicherungsnehmer ideal. Durch den Verzicht auf die Verweisung muss nämlich grundsätzlich nicht mehr geprüft werden, ob eine anderweitige Beschäftigung möglich ist. Die BU Rente wird unabhängig hiervon überwiesen.