Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll oder nicht? Und für wen ist die BU Versicherung empfehlenswert: für Beamte, Studenten, Selbständige oder Angestellte?

Sinnvoll ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung grundsätzlich für alle Menschen mit Einkommen sinnvoll, die ihre Arbeitskraft und damit ihren Lebensstandard absichern wollen. Gesetzliche Hilfen in Form der Berufsunfähigkeitsrente vom Staat im Falle einer Berufsunfähigkeit gibt es nicht mehr.

Ist die Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll oder nicht?

Diese wurde im Zuge der Rentenreform durch die geringere und striktere Erwerbsminderungsrente ersetzt. Die Versorgungslücke zwischen letztem Einkommen und der Erwerbsminderungsrente ist so groß, dass der gewohnte Lebensstandard nicht weiter aufrecht erhalten werden kann.

Deshalb ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll und existenzsichernd.

Dabei macht der Abschluss einer privaten BU Versicherung besonders in jungen Jahren Sinn, da die Beiträge und damit die Kosten mit fortschreitendem Alter steigen. Zudem gibt es marktübliche Unterschiede in Preis und Leistung je nach Anbieter, sodass ein Vergleich der Angebote zur Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlenswert ist.

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Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich sinnvoll?

Mit der Rentenreform im Jahr 2001 wurde die bis dahin geltende gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung und damit auch die Berufsunfähigkeitsrente abgeschafft. Seither haben Versicherte der gesetzlichen Rentenversicherung nur noch Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente.

Statistik: jeder Vierte Berufstätige von Berufsunfähigkeit betroffen

Von der Berufsunfähigkeit sind etwa 25 Prozent der Erwerbstätigen betroffen, das ist jede vierte Person. Die Gründe sind dauerhafte gesundheitliche Einschränkungen durch Schäden am Muskel-Skelett-Apparat oder auch chronische psychische Probleme

  • Bandscheibenvorfall
  • Psychische Probleme wie Depression / Burn-out
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wie der Name schon zeigt, wird sie jedoch nicht bei einer Berufs-, sondern erst bei einer Erwerbsunfähigkeit ausgezahlt. Betroffene müssen demnach so schwer erkrankt sein, dass eine Weiterbeschäftigung generell nicht oder nur noch sehr eingeschränkt möglich ist. Insofern ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll für jeden Berufstätigen und Selbständigen.

Versorgungslücke bei Berufsunfähigkeit: sinnvolle Ergänzung zur Erwerbsminderungsrente

Wer in Folge einer Krankheit nur noch zwischen drei und sechs Stunden arbeiten kann, erhält die halbe Erwerbsminderungsrente. Bei einem bisherigen Nettoeinkommen von 2.000 Euro beträgt sie ca. 327 Euro monatlich, bei einem Nettoeinkommen von 3.000 Euro erhalten betroffene 533 Euro.

Wer derart schwer erkrankt ist, dass pro Tag weniger als drei Stunden gearbeitet werden kann, erhält mit der vollen Erwerbsminderungsrente bei den eben genannten Beispielen 655 Euro bzw. 1.065 Euro.

Sinnvolle Höhe der Berufsunfähigkeitsrente

In beiden Fällen entsteht eine Einkommensdifferenz von bis zu 70 Prozent. Da die monatlichen Festkosten jedoch trotz Krankheit unvermindert weiter bestehen, droht hiermit der finanzielle Ruin.

Nur eine private Berufsunfähigkeitsrente, die dann eine monatliche BU Rente überweist, kann die Einkommensdifferenzen ausgleichen. Somit ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung nicht nur sinnvoll sondern auch existenzsichern.

Damit ergibt sich bei einem Nettoeinkommen von 2000 Euro im Monat eine Versorgungslücke wie folgt:

  • bei halber Erwerbsminderung: mehr als 1600 Euro
  • bei voller Erwerbsminderung: mehr als 1400 Euro

Diese Einkommensverluste können mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert werden. In diesem konkreten Beispiel sollte die BU-Rente so gewählt sein, dass die Lücke zwischen der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente und dem vorangegangenem Einkommen geschlossen wird.

Welche Kosten bei welcher Höhe der privaten Berufsunfähigkeitsrente entstehen, dann mit diesem BU Rechner ermittelt werden.

Für Selbständige ist private BU Versicherung besonders sinnvoll

Um die gesetzliche Erwerbsminderungsrente zu erhalten, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Hierzu gehören beispielsweise die Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung sowie eine Beitragszahlungsdauer von mindestens fünf Jahren.

Diese Voraussetzungen können nicht von allen Bürgern erfüllt werden. Selbstständige beispielsweise sind nicht versicherungspflichtig und daher in der Regel nicht gesetzlich rentenversichert. Sie erhalten keine Unterstützung bei Berufsunfähigkeit und müssen daher ausschließlich auf die private Vorsorge vertrauen.

Besonders bei Existenzgründern kann ein längerer Ausfall der Arbeitskraft zur Pleite führen, da in der Regel noch keine ausreichenden Rücklagen für schwierige Zeiten erspart wurden. Bei tatsächlich eintretender Arbeitsunfähigkeit (in diesem Falle Betriebsunfähigkeit) droht im schlimmsten Fall sowohl die Pleite des Unternehmens als auch die eigene Existenz finanziell zu scheitern.

Deshalb ist besonders für Existenzgründer und für erfolgreiche Selbständige eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll und sollte möglichst früh abgeschlossen werden.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten Azubi und Schüler

Schüler, Studenten und Auszubildende haben ebenfalls keinen Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, denn auch sie sind entweder nicht rentenversichert oder können die geforderten fünf Beitragsjahre nicht nachweisen.

Eine frühzeitige Absicherung ist daher auch in diesem Falle zu empfehlen. Viele Versicherer bieten speziell für junge Leute passende Berufsunfähigkeitsversicherungen, die vielfach von der Stiftung Warentest im BU Test als empfehlenswert eingestuft wurden.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit Nachversicherungsgarantie sinnvoll

Für Auszubildende und Studierende empfiehlt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Nachversicherungsgarantie als sinnvolle und günstige Alternative. So kann anfangs eine geringe BU Rente zu niedrigen Beiträgen vereinbart werden. Im späteren Berufsleben kann diese im Nachhinein ohne erneute Gesundheitsprüfung an das tatsächliche Einkommen angepasst werden.

BU Versicherung sinnvoll sowohl für Handwerker und kaufmännische Berufe

Unabhängig vom gewählten Beruf sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu den elementaren Vorsorgeverträgen gehören. Wie aktuelle Statistiken belegen, sind seit einigen Jahren nämlich nicht nur Beschäftigte in handwerklichen Berufen von einer Berufsunfähigkeit betroffen.

Auch viele kaufmännische Angestellte müssen heute vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Psychische Probleme und Burn-Out nehmen hierbei seit Jahren stetig zu und gehören mittlerweile zu den häufigsten BU-Erkrankungen.

Auch für Beamte und Lehrer ist die Dienstunfähigkeitsversicherung sinnvoll

Obwohl Beamte in Deutschland umfassend versorgt sind, sollten auch sie eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, denn auch die Dienstunfähigkeitsrente des Dienstherren deckt nur einen Teil des bisherigen Einkommens ab.

In diesem Fall ist die Vereinbarung einer so genannten Dienstunfähigkeitsversicherung sinnvoll. Sie übernimmt die monatliche Rente auch bei einer Dienstunfähigkeit und damit oft viel früher als die klassische BU-Versicherung.

Da eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll und existenzsichernd ist, sollte diese möglichst früh abgeschlossen werden. Hierzu sollten auch der Vergleich und die Testsieger aus dem Berufsunfähigkeitsversicherung Test der Stiftung Warentest und Finanztest bei der Wahl beachtet werden.