Klausel Berufsunfähigkeitsversicherung BU Klausel

Die Klauseln in der Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz BU-Klausel, haben in erster Linie einen rechtlichen Charakter, denn mit ihnen werden die Leistungen im Versicherungsfall, also bei Berufsunfähigkeit, fest vereinbart.

Man unterscheidet hierbei BU-Klauseln, die den Vertrag positiv erweitern und den Versicherungsnehmern so zusätzliche Vorteile bieten. Zum anderen finden sich aber auch Vertragsbestandteile, die dem Versicherungsnehmer Nachteile bringen.

Diese Berufsunfähigkeitsversicherung Klauseln schränken dann die Zahlungspflicht des Versicherers ein und können im Ernstfall dazu führen, dass die Berufsunfähigkeitsrente trotz ärztlich attestierter Berufsunfähigkeit nicht ausgezahlt wird.

Alle Berufsunfähigkeitsversicherung Klauseln im Überblick

Daher ist es wichtig, die Vertragsbedingungen in der BU Versicherung und insbesondere die enthaltenen Klauseln genau zu überprüfen und ggf. unabhängige Testergebnisse von Stiftung Warentest und Finanztest im Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich zu Rate zu ziehen.

Welche BU-Klauseln gibt es?

  • konkrete Verweisung
  • abstrakte Verweisung
  • Prognosezeitraum
  • Arztanordnungsklausel
  • rückwirkende Anerkennung der Berufsunfähigkeit und rückwirkende Zahlung der BU-Rente
  • Dienstunfähigkeitsklausel bei Beamten (DU-Klausel)
  • Erwerbsunfähigkeitsklausel (EU-Klausel)
  • Schülerklausel
  • Studentenklausel
  • Azubiklausel
  • Optionsklausel für Existenzgründer / Selbständige
  • BU-Klausel für Hausfrau / Hausmann

Konkrete und abstrakte Verweisung in der BU-Klausel

Die wohl wichtigste Klausel in einem BU-Vertrag ist die Verweisung. Hat der Versicherer die abstrakte Verweisung in seinen Versicherungsvertrag aufgenommen, besteht für ihn das Recht, den Versicherten bei einer vorliegenden Berufsunfähigkeit auf eine andere Beschäftigung zu verweisen.

In vielen Fällen ist es nämlich möglich, trotz Bandscheibenvorfall oder Herz-Kreislauf-Problemen in einem risikoarmen Beruf zu arbeiten. Auf die Qualifikation des Betroffenen sowie die möglichen Verdienstchancen wird dabei jedoch keine Rücksicht genommen. Gute Verträge zeichnen sich daher durch einen Verzicht auf die abstrakte Verweisung aus.

Im Vergleich zur abstrakten Verweisung bezieht sich die konkrete Verweisung auf die vom Versicherungsnehmer neu ausgeübte Tätigkeit. Nur auf diesen neu ausgeübten Beruf darf die Berufsunfähigkeitsversicherung verweisen. Unabhängig davon wurde in einem Gerichtsurteil ein Präzedenzfall geschaffen. Laut Beschluss gilt der zuletzt ausgeübte Beruf des Versicherten im Falle der Berufsunfähigkeit, unabhängig davon, welcher Beruf anfangs in die BU-Versicherung aufgenommen wurde.

Prognosezeitraum

Damit die Berufsunfähigkeitsrente ausgezahlt werden kann, muss nicht nur eine 50%ige Berufsunfähigkeit bestehen, sondern diese muss über einen bestimmten Zeitraum, dem Prognosezeitraum, anhalten. Viele BU Versicherer übernehmen die Rentenzahlung beispielsweise ab einer prognostizierten Berufsunfähigkeit von sechs Monaten. Dieser Zeitraum ist auch für Ärzte überschaubar und kann daher relativ leicht benannt werden.

Ein längerer Prognosezeitraum in der Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen ist nur schwer überschaubar, wodurch die Zahlung der BU-Rente über viele Monate verzögert werden kann. Je kürzer der Prognosezeitraum in der Berufsunfähigkeitsversicherung, desto besser die Planungssicherheit für den Versicherungsnehmer.

Arztanordnungsklausel

In vielen Fällen ist heute zudem eine Arztanordnungsklausel in vielen Policen zu finden. Sie schreibt vor, dass Versicherte die Behandlungsvorschläge eines Arztes weitgehend befolgen müssen, um eine schnelle Rehabilitation zu gewährleisten.

Wer die Behandlungen bzw. die Anordnungen des behandelnden Arztes jedoch nicht in Anspruch nimmt bzw. befolgt, verliert unter Umständen seinen Anspruch auf die BU-Rente. Ein Verzicht auf die Arztanordnungsklausel ist daher sinnvoll.

Rückwirkende Anerkennung der BU und Zahlung der Rente

In vielen Fällen ist es nicht mit Beginn der Erkrankung möglich, eine Berufsunfähigkeit zu diagnostizieren. Häufig wird erst Wochen oder Monate später deutlich, dass die Erkrankung schwerwiegende Folgen hat. In diesen Fällen ist es hilfreich, wenn die BU-Versicherung die Klausel der rückwirkenden Anerkennung der Berufsunfähigkeit bietet.

Sie gewährleistet auch, dass die Rentenzahlung rückwirkend für bis zu drei Jahre geleistet werden kann. Damit werden die finanziellen Auswirkungen einer Berufsunfähigkeit deutlich begrenzt. Berufsunfähigkeitsversicherungen mit dieser Klausel weisen allerdings auch höhere Kosten bzw. Beiträge aus.

Erwerbsunfähigkeitsklausel EU-Klausel

Die Erwerbsunfähigkeitsklausel, kurz EU-Klausel, ist eine leistungseinschränkende Klausel in der BU-Versicherung. In Verträgen, bei denen nicht klar ersichtlich ist, für welchen Beruf die Absicherung gelten soll, findet sich häufig die Erwerbsunfähigkeitsklausel. Sie ist beispielsweise in der Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler (Schüler-Klausel), Studenten (Studenten-Klausel), für Auszubildende (Azubi-Klausel) und Hausfrauen (Hausfrauen-Klausel) enthalten.

Die Berufsunfähigkeitsrente wird in diesen Fällen in der Regel erst dann ausgezahlt, wenn eine gänzliche Erwerbsunfähigkeit vorliegt. Sinnvoller ist es hier, wenn auf diese Erwerbsunfähigkeitsklausel verzichtet und die aktuell ausgeübte Tätigkeit oder bei Schülern, Studenten und Auszubildenden der zukünftig angestrebte Beruf versichert werden.

Dienstunfähigkeitsklausel DU-Klausel

Speziell für Beamte ist es sinnvoll, eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Dienstunfähigkeitsklausel, kurz DU-Klausel, zu wählen. Ohne eine entsprechende Absicherung könnten Beamte, die von ihrem Dienstherren aufgrund einer Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt wurden, leer ausgehen.

Die Dienstunfähigkeitsklausel hingegen sichert die monatliche Rente, wenn eine Versetzung in den dauerhaften Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit vorliegt. Die sonst notwendige 50%ige Berufsunfähigkeit muss in diesen Fällen nicht vorliegen. In diesem Falle nimmt der Versicherer das Ausscheiden des Beamten aus dem Dienst in den Ruhestand als gegeben hin und stellt keine eigene Prüfung der Berufsunfähigkeit an.

Nicht alle Anbieter der BU-Versicherung bieten die DU-Klausel für Beamte an. Diese ist aber bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte und Beamtenanwärter entscheidend. Mehr zur Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte können Sie hier lesen

Echte und unechte Dienstunfähigkeitsklausel

Vor allem für Beamtenanwärter und Beamte auf Zeit ist die echte DU-Klausel sinnvoll. Diese setzt das Ausscheiden aus dem Dienst mit der Berufsunfähigkeit gleich. Eine Entlassung wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit gilt dann als Berufsunfähigkeit und berechtigt den Bezug der Berufsunfähigkeitsrente.

Die unechte DU-Klausel dagegen setzt auch bei Versetzung in den dauerhaften Ruhestand aufgrund allgemeiner Dienstunfähigkeit den Masstab der Berufsufähigkeit an. So muss nachgewiesen werden, dass der Dienst aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen zu mindestens 50% nicht ausgeübt werden kann.