Grundfähigkeitsversicherung Test & Vergleich Funktionsinvalidität

Was genau ist eine Grundfähigkeitsversicherung bzw. die Funktionsinvaliditätsversicherung und für wen ist diese Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll? Welche körperlichen Funktionen werden abgesichert und wann ist die Invalidität gegeben?

Grundfähigkeit Invalidität

Grundfähigkeitsversicherung sinnvolle Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Stiftung Warentest hat einen Grundfähigkeitsversicherung Test durchgeführt und das Ergebnis aus dem Versicherungsvergleich in ihrer Zeitschrift Finanztest veröffentlicht.

Hier die Empfehlungen aus dem Grundfähigkeitsversicherung Vergleich und die Empfehlung der Finanztest-Experten.

Grundfähigkeitsversicherung sinnvolle Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) ist für jeden Erwerbstätigen eine sinnvolle und wichtige Absicherung. Die eigene Arbeitskraft ist unersetzlich. Wenn sie durch Krankheit oder Unfall verloren geht, bietet die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nur einen sehr begrenzten Schutz. Ein sozialer Abstieg ist ohne private Vorsorge unvermeidlich.

Hohe BU Kosten: Grundfähigkeitsversicherung für das Wesentliche

Das Problem: Wegen der individuellen Kalkulation nach Risikogesichtspunkten ist der Beitrag für eine BU-Versicherung in Berufen mit körperlicher Arbeit besonders hoch. Gerade dort ist aber das Einkommensniveau tendenziell niedrig. Diejenigen, die eine BU-Versicherung am nötigsten brauchen, können sie sich schlichtweg nicht leisten.

Eine wenig bekannte zweite Form der Absicherung ist die sogenannte Grundfähigkeitsversicherung. Aber ist sie eine sinnvolle Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Grundfähigkeitsversicherung Vergleich

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Definition: Erwerbsminderung, Berufsunfähigkeit und Grundfähigkeiten Funktionsinvalidität

Die Erwerbsminderungsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es nur, wenn der Versicherte nicht mehr in der Lage ist, irgendeinen Beruf für mindestens sechs Stunden am Tag auszuüben. Dann erhält er eine teilweise Erwerbsminderungsrente.

Die Erwerbsminderung

Erst wenn seine Arbeitsfähigkeit unter drei Stunden pro Tag sinkt, gibt es die volle Erwerbsminderungsrente. Außerdem müssen allgemeine Voraussetzungen wie Wartezeit und Beitragszahlung erfüllt sein. Auf den Status des Versicherten und seinen Lebensstandard wird keine Rücksicht genommen.

Im schlimmsten Fall kann eine bisherige Führungskraft kann auf einen Dienst in der Pförtnerloge verwiesen werden.

Die Berufsunfähigkeit

Die private BU-Versicherung bezieht sich stets auf den Beruf, den der Versicherte zuletzt ausgeübt hat. Die Versicherung leistet in der Regel ab einer ärztlich bescheinigten Berufsunfähigkeit von 50 % in diesem Beruf. Es wird eine Berufsunfähigkeitsrente in vereinbarter Höhe gezahlt.

Eine andere Tätigkeit ist nur zumutbar, wenn sie der Ausbildung, den Kenntnissen und dem bisherigen Sozialstatus entspricht. Eine sogenannte abstrakte Verweisung auf einen Beruf ohne freie Stellen ist in den allermeisten Bedingungen ausgeschlossen.

Die Grundfähigkeiten Funktionsinvalidität

Die Grundfähigkeitsversicherung löst sich dagegen komplett von der Erwerbsminderung und der Berufsunfähigkeit. Sie listet – je nach Versicherer unterschiedliche – Alltagskompetenzen bzw. körperliche Fähigkeiten auf. Geht eine davon verloren, wird die versicherte Rente gezahlt. Der Versicherte ist gegen Funktionsinvalidität abgesichert,

Grundfähigkeiten im Sinn der Bedingungen sind zum Beispiel:

  • Sehen, Hören und Sprechen
  • Gehen, Knien und Bücken
  • Heben und Tragen
  • Gebrauch einer Hand oder eines Arms

Was genau unter der jeweiligen körperlichen Fähigkeit zu verstehen ist, wird in den Versicherungsbedingungen der Grundunfähigkeitsversicherung genau beschrieben. Fallen eine oder mehrere Fähigkeiten aus, spricht man von Funktionsinvalidität. Hierfür ist die Funktionsinvaliditätsversicherung gedacht.

Der Teufel steckt im Detail: Was nützt einem Maurer eine Versicherung, die erst bei Gebrauchsunfähigkeit beider Hände zahlt? Die Zahlung der Rente sollte bereits dann gezahlt werden, wenn eine Hand ihre Fähigkeiten verliert. In einem Beruf mit Kopfarbeit wäre dagegen eher die Fähigkeit, eigenverantwortlich zu handeln, eine wichtige Ergänzung.

Vermittler scheuen die komplizierte Versicherung

Dass die Grundfähigkeitsversicherung ein Bekanntheitsproblem hat, dürfte wohl auch an der Zurückhaltung der Vermittler liegen. Schon der Unterschied zwischen einer Erwerbsminderung und einer Berufsunfähigkeit ist dem Laien kaum in einfachen Worten zu erklären. Jetzt kommen noch die Grundfähigkeiten hinzu, die zudem jeder Versicherer ein wenig anders definiert.

Alles über einen Kamm zu scheren, ist gefährlich. Die Anlässe, bei denen eine Grundfähigkeitsversicherung leistet, sind eben nicht deckungsgleich mit den Versicherungsfällen der Berufsunfähigkeitsversicherung. Es gibt eine Schnittmenge, und in Berufen mit körperlicher Arbeit ist diese auch nicht klein.

Verlorene Grundfähigkeit und trotzdem berufsfähig

In seltenen Fällen kommt es sogar vor, dass eine Grundfähigkeit verloren geht, aber dennoch keine Berufsunfähigkeit vorliegt. Weit häufiger ist leider der umgekehrte Fall: Der Kunde ist berufsunfähig, aber die Grundfähigkeitsversicherung zahlt trotzdem nicht. Diese Möglichkeit muss in der Beratung unbedingt angesprochen werden, um keine falschen Erwartungen zu wecken.

Grundunfähigkeitsversicherung ist besser als keine Absicherung

Aufgabe einer guten Beratung ist, dem Kunden die Informationen zu geben, die er für seine Entscheidung braucht. Kann oder will er eine vollständige BU-Versicherung nicht abschließen – wegen der Höhe des Beitrags, aber auch wegen Vorerkrankungen –, ist die Grundfähigkeitsversicherung eine empfehlenswerte Alternative.

Eine Leistung in 60 oder 70 % der BU-Fälle ist in jedem Fall besser als gar keine Absicherung. Um die Schnittmenge zu vergrößern, sollten die Leistungsauslöser verglichen werden, also zum Beispiel eine oder beide Hände sowie psychische Ursachen.

Interessant sind auch der unterschiedliche Prognosezeitraum für die Dauer der Einschränkung sowie die Möglichkeit, die Grundfähigkeitsversicherung später doch noch mit der Option der Nachversicherungsgarantie in eine Berufsunfähigkeitsversicherung umwandeln zu können.

Grundfähigkeitsversicherung Test: das sagt Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest bemängelt in ihrem Grundfähigkeitsversicherung Test die mangelnden Angebote. Aktuell bieten folgende Versicherer die Grundfähigkeitsversicherung an:

  • Canada Life
  • Münchener Verein
  • WWK

Funktionsinvaliditätsversicherung Anbieter:

  • Axa
  • Barmenia
  • BBV
  • Janitos
  • VPV

Im Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Annahmequote für die Grundfähigkeitsversicherung und Funktionsinvaliditätsversicherung sehr hoch, da elementare Funktionsschäden versichert werden. Dazu ist eine solche Police wesentlich kostengünstiger als eine BU-Versicherung, schreibt die Stiftung Warentest in ihrem Testbericht.

Die Grundfähigkeitsversicherung Kosten belaufen sich zum Beispiel bei der BBV im Tarif Multi Protect auf 250 Euro im Jahr (20,83 Euro im Monat).

Die Empfehlung der Stiftung Warentest: Die Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt für alle Erwerbstätigen die beste Wahl. Wer jedoch keine BU abschließen kann, sollte besser eine Grundfähigkeitsversicherung abschließen als keine Vorsorge zu treffen. Details zum Grundfähigkeitsversicherung Vergleich im Test der Stiftung Warentest gibt es kostenpflichtig auf test.de