Berufsunfähigkeitsrente 2017

Niedrige Zinsen am Kapitalmarkt bedeuten höhere Kosten für Verbraucher, so zumindest in der Berufsunfähigkeitsversicherung 2017. Viele BU Versicherer erhöhen Ihre Beiträge, um die fehlenden Einnahmen auf dem Kapitalmarkt zu kompensieren.

Berufsunfähigkeitsrente

Berufsunfähigkeitsrente 2017

Zum einen fallen Überschussbeteiligungen weg, die in der Vergangenheit den Netto-Beitrag herabgesetzt haben und des weiteren sind Beitragserhöhungen des Brutto-Beitrags für private Berufsunfähigkeitsversicherungen angekündigt, siehe dazu unseren Bereicht hier.

Abschluss der BU Versicherung weiterhin sinnvoll

Damit steigen die Kosten für eine BU Versicherung in 2017 teils deutlich. Für eine angemessene Berufsunfähigkeitsrente muss also ein höherer Preis gezahlt werden. Nichtsdestotrotz bleibt der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll und sollte möglichst schon in jungen Jahren erfolgen.

Die Beiträge, die die Versicherungen von ihren Kunden erhalten, werden am Kapitalmarkt angelegt. Aus Gründen der Sicherheit und Kontinuität müssen die Versicherer die Gelder vorwiegend in risikoarme Kapitalanlagen wie etwa Bundeswertpapieren oder Pfandbriefen anlegen.

Nur ein sehr geringer Teil der Beiträge darf in Aktien investiert werden

Durch das aktuell niedrige Zinsniveau sind hier jedoch kaum mehr Gewinne zu erzielen. Aktuell ist es zwar noch möglich, eine Rendite oberhalb des Garantiezinses zu erreichen, ob dies bei anhaltend niedrigen Zinsen jedoch weiterhin möglich ist, ist fraglich.

Die Zinsen für sichere Kapitalanlagen sinken zunehmend und eine Anhebung der Leitzinsen ist innerhalb Europas aktuell nicht in Sicht. Dabei muss beachtet werden, dass sich die niedrigeren Kapitalmarktzinsen vor allem auf längerfristige Kapitalanlagen auswirken, denn der niedrige Zins wirkt sich hier Jahr für Jahr aus.

  • Und je länger das Niedrigzinsniveau anhält und je länger der Vertrag läuft, desto größer ist die Differenz zur benötigten Rücklage.

Lebensversicherungsreformgesetz LVRG: Garantiezins sinkt

Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus tritt zum 01.01.2015 eine Änderung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) in Kraft. Es verpflichtet die Versicherer zum einen, den Garantiezins für Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen von bisher 1,75 Prozent auf dann nur noch 1,25 Prozent zu senken.

Dies macht gerade Lebensversicherungen deutlich weniger interessant, da die Erträge kaum noch die Inflationswerte erreichen. Auch BU Versicherungen sind betroffen, denn die Gewinne fallen niedriger aus.

Risikogewinne zu 90% an Versicherte ausgezahlt

Zudem müssen die Versicherungsunternehmen laut Gesetz so genannte Risikogewinne nun zu 90 Prozent an die Versicherten auszahlen. Von Risikogewinnen spricht man, wenn die berechneten Risikobeiträge nicht vollständig als Versicherungsleistungen ausgezahlt werden mussten, sondern Restbeträge verbleiben.

Diese Gelder konnten bisher bei der Versicherung verbleiben und wiederum entsprechend angelegt werden. Ab sofort stehen sie jedoch den Versicherungsnehmern zur Verfügung und können von den Versicherungsunternehmen nicht mehr genutzt werden.

Dies reißt teils tiefe Löcher in die Finanzkassen der Versicherer, die natürlich anderweitig ausgeglichen werden müssen.

Risikoverluste muss die Versicherung alleine tragen

Entstehen einer Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen Risikoverluste, weil die Leistungszahlungen die vorhandenen Rücklagen übersteigen, muss die Versicherung diese Verluste alleine tragen, eine Beteiligung der Versicherungskunden ist nicht vorgesehen.

Dies bedeutet für die Versicherung natürlich höhere Kosten in 2015, die sowohl durch größere Rücklagen wie auch durch eine noch genauere Überprüfung der Versicherungskunden reduziert werden sollen.

Zunahme von Ablehnungen und höhere Risikozuschläge bei Vorerkrankungen

So wird es vor allem für Menschen in handwerklichen oder Berufen im Pflegebereich wohl noch schwerer werden, einen passenden BU-Schutz zu finden, da die Risikoprämien deutlich steigen. Deshalb sollte nun besonderer Wert auf einen Preisvergleich gelegt werden.

Aber auch Menschen mit Vorerkrankungen müssen wohl ab 2015 mit höheren Beiträgen und Risikozuschlägen rechnen.

Bei Vorerkrankungen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Berufsunfähigkeit führen könnten, etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch Erkrankungen des Gelenkapparates, werden die Versicherungen zudem voraussichtlich häufiger eine Policierung / Aufnahme ablehnen.

Angemessene Höhe der Berufsunfähigkeitsrente wird 2017 teure

Die Preiserhöhung zum Jahresbeginn 2015 betrifft nahezu alle BU Tarife und kann daher auch bei den Angeboten der Testsieger aus dem Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich 2017 zu finden sein.

Auch renommierte Versicherungsunternehmen sind schließlich von den sinkenden Zinsen sowie den Gesetzesänderungen betroffen. Damit die Versicherung aber langfristig besteht und ihre Risiken absichern kann, ist die neue Berechnung der Tarife notwendig.

Rating & Ranking hilft bei Suche nach BU Versicherern mit stabilen Beiträgen

Die Finanzmathematiker der Unternehmen ermitteln daher bereits seit längerem die notwendigen Beitragsapassungen, die dann zum Jahresstart 2017 genannt werden.

Dabei ist zu erwarten, dass vor allem Gesellschaften mit größeren Rücklagen und einer stabilen Finanzkraft geringere Preisaufschläge vornehmen müssen als Versicherer, die bereits heute unter einer zu niedrigen Kapitalausstattung leiden.

Ein Blick in die Ratings & Rankings von Assekurata oder Franke & Bornberg zeigt, welches Unternehmen sich bislang gut behaupten konnte und auch in Zukunft in der Lage ist, die vertraglich vereinbarte Rente bei Berufsunfähigkeit auszuzahlen. Die aktuellen BU Rankings und Ratings können hier gelesen werden.

Berufsunfähigkeitsversicherung Test 2017

Auch ein Blick in die Ergebnisse aus dem Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich von Stiftung Warentest,  Focus Money und anderer Tester ist hilfreich. Hier zeigen die Experten auf, welche BU Versicherungen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis haben und geben zudem Empfehlungen für Verbraucher.

Definition der Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit ist die dauerhafte Unfähigkeit einer Person, ihre Berufstätigkeit auszuüben. Diese Unfähigkeit kann durch Unfall, Krankheit oder Invalidität verursacht sein. Per Gesetz gilt nach § 172 Abs. 2 VVG derjenige als berufsunfähig, der „seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.“

Teilweise Berufsunfähigkeit

Wenn eine Person wegen Unfall, Krankheit oder Invalidität ihren Beruf nur noch zum Teil gemäß dieser Definition auszuüben vermag, so wird auch von teilweiser Berufsunfähigkeit gesprochen. Die Berufsunfähigkeit ist abzugrenzen von der Arbeitsunfähigkeit.

Arbeitsunfähigkeit im Vergleich zu Berufsunfähigkeit

Bei der Arbeitsunfähigkeit ist der Zustand nur von vorübergehender Dauer, und es ist voraussichtlich eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten. Bei Berufsunfähigkeit dagegen liegt ein Dauerzustand vor, der in absehbarer Zeit keine Prognose auf Besserung zulässt.

Die Berufsunfähigkeit ist außerdem zu unterscheiden von der Erwerbsunfähigkeit. Bei Erwerbsunfähigkeit ist die Person völlig außerstande, irgendeiner beliebigen Erwerbstätigkeit am Arbeitsmarkt nachzugehen, während bei Berufsunfähigkeit die betroffene Person noch in der Lage sein kann, in einem anderen als dem zuletzt ausgeübten Beruf tätig zu sein.

Statistische Wahrscheinlichkeit für Berufsunfähigkeit

Laut Statistik ist jeder vierte Arbeitnehmer von Berufsunfähigkeit betroffen. Dabei ist die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit

  • mit 29 % eine Erkrankung des Bewegungsapparates wie zum Beispiel Rückenprobleme
  • Gleich dahinter mit 28 % folgen psychische Erkrankungen und Nervenleiden
  • Auf Unfälle gehen statistisch gesehen 13 % der Ursachen für eine Berufsunfähigkeit zurück
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit 11 %,
  • Krebserkrankungen mit 8 %
  • Innere Krankheiten mit 6 %

der Grund für eine Berufsunfähigkeit.

Es gibt Statistiken, die zeigen, welche Berufsgruppen besonders häufig durch Berufsunfähigkeit gefährdet sind. Gemessen am Anteil der Erwerbsunfähigkeitsrenten von 52,4 % stellen

  • Dachdecker diejenige Berufsgruppe mit der höchsten Rate an Berufsunfähigkeit dar
  • Danach folgen Krankenpfleger mit 41,3 %
  • Schlachter mit 40,0 %,
  • Tiefbauer mit 38,1 %
  • Maurer mit 37,7 %
  • Maler mit 37,4 %
  • Sozialarbeiter mit 36,4 %
  • Bauhilfsarbeiter mit 36,0 %
  • Hilfsarbeiter mit 36,0 %
  • Betonbauer mit 35,4 %

Anteil der Erwerbsunfähigkeitsrenten. Diese Statistik sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Berufe mit überwiegend sitzender Tätigkeit (Bürojob) von Berufsunfähigkeit betroffen sind.

Berufsunfähigkeitsversicherung auch 2017 sinnvoll

Um sich gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit abzusichern, und Vorsorge zu treffen gegen damit verbundene finanzielle Einbußen, ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung fast immer sinnvoll.

Dies gilt insbesondere angesichts der Tatsache, dass sich der Staat in den letzten Jahrzehnten stark aus der sozialen Sicherung im Falle der Berufsunfähigkeit zurückgezogen hat.

Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte

Auch Beamte sollten sich gegen Einkommensausfällen bei Dienstunfähigkeit schützen und eine sogenannte Dienstunfähigkeitsversicherung abschließen. Diese spezielle Form der Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte enthält eine Dienstunfähigkeitsklausel und greift auch dann, wenn Beamte lediglich zu 50 % dienstunfähig sind.

 

Richtige Berechnung der Höhe der Berufsunfähigkeitsrente

Wird eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, so wird meist schon bei Vorliegen einer Berufsunfähigkeit von mindestens 50 % eine monatliche Rente gezahlt. Die Höhe der BU Rente wird frei vertraglich vereinbart.

Zur Bestimmung einer sinnvollen Höhe der Berufsunfähigkeitsrente wird von Experten empfohlen, sich an dem aktuellen Einkommen und den individuellen finanziellen Bedürfnissen zu orientieren. Normalerweise ist es ausreichend, eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente in Höhe von 75 – 80 % des aktuellen Nettogehalts zu vereinbaren.

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