Erwerbsminderungsrente 2015: Hinzuverdienst & Rechner

Zum 01. Juli 2014 trat die von der Großen Koalition verabschiedete Rentenreform mit zahlreichen Änderungen in Kraft. Neben der Mütterrente und der Rente mit 63 sollte hiermit auch die Erwerbsminderungsrente verbessert werden.

Erwerbsminderung

Rechner Erwerbsminderungsrente 2015: Hinzuverdienst

Lesen Sie hier alles Wissenswerte zur Erwerbsminderungsrente 2015, den Hinzuverdienstgrenzen und die Berechnung der Höhe der Rente bei Erwerbsminderung bzw. Erwerbsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit.

Die Bundesregierung hat erkannt, dass es immer häufiger Frühverrentungen gibt und will daher Empfänger der Erwerbsminderungsrente ( EMR ) besser stellen. Zudem müssen neue, individuelle Hinzuverdienstgrenzen in 2015 beachtet werden, um einer Rentenkürzung zu entgehen.

Für die Nachkommende Generation wird die Erwerbsminderungsrente alleine nicht reichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.

  • Deshalb empfehlen Experten den frühen Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung als sinnvoll. Mit unserem Rechner lassen sich individuelle Beiträge für die gewünschte Rentenhöhe berechnen.
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Erwerbsminderungsrente 2015 nach der Rentenreform 2014

Bereits im Koalitionsvertrag wurde festgelegt, dass es Änderungen bei der Rentenversicherung geben soll. Diese waren und sind zwar heftig umstritten, wurden aber gegen den Widerstand der Oppositionsparteien durchgesetzt. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles von der SPD will vor allem ältere Arbeitnehmer entlasten, auch wenn die Rentenkassen hierdurch belastet werden.

Abschlagsfreie Rente mit 63 & Mütterrente

Künftig haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, bereits mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente zu gehen und ihren Ruhestand zu genießen. Voraussetzung sind 45 Beitragsjahre, die vor allem Menschen in handwerklichen Berufen häufig erfüllen.

Gleichzeitig soll der Rentenbetrag für Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, steigen. Sie erhalten mehr Rentenpunkte und damit auch höhere Rentenzahlungen. Hierbei ist von der Mütterrente die Rede.

Die Rentenreform 2014 einfach erklärt

Keine Berufsunfähigkeitsrente mehr vom Staat

Der dritte Punkt der Rentenreform betrifft die Erwerbsminderungsrente. Hierunter fallen alle Rentenzahlungen, die seit Januar 2001 wegen voller oder teilweiser Erwerbsminderung oder aber wegen Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit ausgezahlt werden.

  • Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente vom Staat wurde durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt.

Die Erwerbsminderungsrente soll steigen, was vor allem älteren Arbeitnehmern, die vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden müssen, entlastet. Die klassische Berufsunfähigkeitsrente gibt es aktuell nur noch für Menschen, die vor dem 02. Januar 1961 geboren wurden. Der Großteil der Versicherten hat hierauf daher keinen Anspruch mehr. Deshalb ist der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll.

Die Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente

Die Erwerbsminderungsrente ist eine Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung und wird ausgezahlt, wenn Betroffene nicht mehr in der Lage sind, ihren Verdienst durch ihre Arbeitskraft zu erzielen. Hierzu müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Volle Erwerbsminderungsrente

Die volle Erwerbsminderungsrente wird jedoch nur dann ausgezahlt, wenn laut ärztlichem Attest die tägliche Arbeitszeit maximal drei Stunden beträgt. Dabei ist es unerheblich, in welchem Beruf diese Arbeit geleistet werden kann, denn bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente gibt es ein Recht auf Verweisung in andere Berufe.

  • Voraussetzung für die volle Erwerbsminderungsrente: maximale Arbeitszeit von 3 Stunden pro Tag

Sollte also ein Dachdecker, der aufgrund eines Bandscheibenvorfalls nicht mehr auf dem Dach tätig sein kann und damit in seinem angestammten Beruf erwerbsunfähig werden, noch als Verkäufer im Baumarkt arbeiten können, würde die Rente nicht ausgezahlt.

Halbe Erwerbsminderungsrente

Bei einer Arbeitskraft zwischen drei bis sechs Stunden wird die halbe Erwerbsminderungsrente gewährt. Hinzu kommt, dass die Rente ausschließlich an Versicherte der gesetzlichen Rentenversicherung überwiesen wird.

  • Voraussetzung für halbe Erwerbsunfähigkeitsrente: maximale Arbeitszeit von 6 Stunden pro Tag

Selbstständige sowie Freiberufler, die nicht freiwillig versichert sind, erhalten demnach keine Zahlungen. Hinzu kommt, dass über mindestens fünf Jahre (60 Monate) hinweg Beiträge eingezahlt werden müssen. In den letzten fünf Jahren vor dem Bezug der Erwerbsminderungsrente müssen 36 Monate mit Pflichtbeiträgen belegt sein.

Aufgrund dieser Voraussetzungen ist es nicht nur für Selbstständige und Freiberufler, sondern auch für viele junge Menschen schwierig, Ansprüche geltend zu machen. Damit gewinnt auch für diese Berufsgruppen die private Berufsunfähigkeitsversicherung an Bedeutung.

  • Selbständige erhalten keine gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Private Vorsorge gegen Berufsunfähigkeit sinnvoll!

Berechnung der Erwerbsminderungsrente 2015

In welcher Höhe die Erwerbsminderungsrente ausgezahlt wird, ist aber nicht nur davon abhängig, ob Betroffene ein Anrecht auf die halbe oder die volle Rente bei Berufsunfähigkeit haben. Auch das Einkommen, das vorher erzielt wurde, spielt eine wesentliche Rolle.

Der Rentenfaktor

Für die Berechnung wird neben dem Bruttoeinkommen auch ein Rentenfaktor berücksichtigt, der jährlich neu festgelegt wird. Dennoch ist es möglich, eine Erwerbsminderungsrente überschlägig zu ermitteln. Die Berechnungen beziehen sich auf Versicherungsnehmer in den alten Bundesländern.

Berechnung der Rente bei halber und voller Erwerbsminderung

  • Vorheriges Bruttoeinkommen halbe EMR volle EMR
    1.500 Euro 251 Euro 502 Euro
    2.500 Euro 419 Euro 837 Euro
    3.500 Euro 562 Euro 1.124 Euro

Diese Berechnung zeigt, dass die Ansprüche im Vergleich zum vorherigen Einkommen deutlich geringer sind und in der Regel nicht alle Verpflichtungen hiermit bedient werden können. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass gut 40 Prozent der Anträge auf Erwerbsminderung abgelehnt werden, weil die Voraussetzungen für die oben genannten Ansprüche nicht erfüllt sind.

Es ist daher nötig, eine private Absicherung zu wählen. Private Berufsunfähigkeitsversicherungen sind hier ideal, auch weil eine Verweisung in andere Berufe bei vielen Verträgen ausgeschlossen ist. Zudem kann die monatliche Berufsunfähigkeitsrente auf die tatsächlichen Ansprüche ausgerichtet werden. Finanzielle Nachteile sind so nicht zu befürchten.

Erhöhung der Erwerbsminderungsrente für ältere Arbeitnehmer

Nach der neuen Rentenreform ändert sich vor allem die Rentenhöhe für ältere Arbeitnehmer. Müssen Menschen aufgrund gesundheitlicher Probleme früher in Rente gehen, wird die Rente so berechnet, als hätten die Versicherten Beiträge bis zum 62. Lebensjahr geleistet.

Durch die höheren fiktiven Einzahlungen steigt natürlich die Rentenleistung, und zwar um durchschnittlich 40 Euro monatlich. Diese Berechnung basiert auf einer durchschnittlichen Erwerbsminderungsrente von 600 Euro pro Monat. So können ältere Arbeitnehmer profitieren, die aufgrund einer Erkrankung nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten können.

Erwerbsunfähigkeit aufgrund psychischer Probleme

Dies betrifft nicht nur Arbeiter in handwerklichen Berufen, die aufgrund körperlicher Probleme ( siehe Ursachen und Statistik zur Berufsunfähigkeit ) ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Auch Menschen, die wegen psychischer Probleme ausscheiden, haben einen Anspruch auf diese Zahlungen.

Dabei wird auch berücksichtigt, dass ältere Menschen ohnehin selten eine neue Beschäftigung finden und dies bei körperlichen oder auch psychischen Einschränkungen noch problematischer ist.

Die Mehrkosten für die Rentenkassen belaufen sich im Jahr 2014 nach der Einführung der Rentenreform auf etwa 100 Millionen Euro, im Jahr 2030 werden die Kassen allerdings bereits mit gut 2,1 Milliarden Euro Mehrkosten belastet.

Hinzuverdienstgrenzen bei Erwerbsminderung

Grundsätzlich wird die gesetzliche Erwerbsminderungsrente also nur dann ausgezahlt, wenn Menschen nicht mehr in der Lage sind, auf dem Arbeitsmarkt tätig zu sein. In den vergangenen Jahren sind vor allem die Erkrankungen wegen psychischer Belastungen gestiegen, Betroffene sind im Durchschnitt 48 Jahre alt.

Vielfach besteht aber dennoch der Wunsch, nebenbei zu arbeiten und sich so einen Zuverdienst zu sichern. Dieser ist vielfach auch nötig, denn die oben genannten Rentenzahlungen reichen vielen Familien kaum aus, ihre alltäglichen Kosten zu decken. Allerdings hat der Gesetzgeber für den Hinzuverdienst enge Grenzen gesteckt.

  • Hinzuverdienstgrenzen bei Erwerbsminderungsrente: Kürzung droht!

Abzüge bei zu hohem Nebeneinkommen

Die Versicherer prüfen hier ganz genau, ob diese Hinzuverdienstgrenzen eingehalten werden. Ist dies nicht der Fall, kann die Rente gekürzt und nur noch als ¾, ½ oder ¼ Rente ausgezahlt werden. Deshalb ist hier Vorsicht geboten, um Abzüge bei der Auszahlung der EMR zu vermeiden.

Sollte der Zuverdienst noch höher sein, ist es dem Rentenversicherer auch möglich, die Rentenleistung vollständig zu streichen. Schließlich zeigt der Betroffene in solchen Fällen, das er durchaus in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt zu erzielen und arbeiten zu gehen.

Die Hinzuverdienstgrenzen 2015 für die Erwerbsminderungsrente

Für alle Rentenzahlungen, die ab Januar 2001 gewährt wurden, gelten bestimmte Hinzuverdienstgrenzen. Diese werden in regelmäßigen Abständen neu festgelegt und müssen von Rentenempfängern entsprechend berücksichtigt werden.

Meldepflicht des Rentenempfängers

Zudem ist jeder Rentenempfänger selbst verpflichtet, eventuelle Nebeneinkünfte zu melden.

  • Ein entsprechender Passus zur Meldepflicht von Zusatzeinkommen ist auch auf den Rentenbescheiden angegeben.

Der Arbeitgeber hingegen ist nicht verpflichtet, den Verdienst an die Rentenversicherungsträger zu übermitteln, sodass diese Arbeit nicht auf andere Schultern verteilt werden kann.

Erwerbsminderungsrente: Kürzung vermeiden!

Liegt der Rentenstelle die entsprechende Meldung vor, wird überprüft, ob die Hinzuverdienstgrenzen eingehalten wurden und ob ggf. Rentenkürzungen nötig sind. Grundsätzlich gilt, dass ein Einkommen bis zur Grenze von 450 Euro monatlich nicht berücksichtigt wird und daher jederzeit erzielt werden kann. Eine Meldung ist allerdings auch in diesem Fall nötig um eine Kürzung der EMR zu vermeiden.

Hinzuverdienstgrenzen 2015 bei halber Erwerbsminderungsrente

Rentner, die die halbe Erwerbsminderungsrente erzielen, dürfen durchaus nebenbei zusätzlich Geld verdienen. Bis zu einem Betrag von 450 Euro im Monat bleibt dieses Einkommen bei der Berechnung der EMR unberücksichtigt.

Erlaubte Nebeneinkünfte in alten und neuen Bundesländern

Wer die Rente in voller Höhe erzielt, darf in den neuen Bundesländern 902,18 Euro verdienen, in den alten Bundesländern liegt die Verdienstgrenze bei 978,08 Euro. Wer aufgrund einer Kürzung nur die halbe Rente (also ein Viertel der vollen Erwerbsminderungsrente) erzielt, darf jeweils 1.098,31 (Ost) bzw. 1.190,70 (West) erzielen.

Hinzuverdienstgrenze 2015 bei voller Rente

  • alte Bundesländer (West) 978,08 Euro / Monat
  • neue Bundesländer (Ost) 902,18 Euro / Monat

Hinzuverdienstgrenze 2015 nach Kürzung

  • alte Bundesländer (West) 1190,70 Euro / Monat
  • neue Bundesländer (Ost) 1098,31 Euro / Monat

Diese Einkommensgrenzen dürfen laut Gesetz zweimal pro Jahr bis zum Doppelten Betrag überschritten werden. Arbeitnehmer sollen so auch Weihnachts- und Urlaubsgeld erhalten dürfen, ohne dass hierdurch die Rente gekürzt wird. Da die Zuverdienstgrenzen in regelmäßigen Abständen angepasst werden, ist für Mitte 2015 mit neuen Werten zu rechnen.

Hinzuverdienstgrenzen 2015 bei voller Erwerbsminderungsrente

Auch Arbeitnehmer, die aufgrund ihrer körperlichen oder geistigen Einschränkungen die volle Erwerbsminderungsrente erhalten, dürfen Geld hinzu verdienen. Wird die Verdienstgrenze von 450 Euro überschritten, kann dies dazu führen, dass die Rente nur noch anteilig ausgezahlt wird.

  • Rentenzahlung in Höhe von ¼ der vollen Rente: Zuverdienst 1.098,31 Euro (Ost), 1.190,70 Euro (West)
  • Rentenzahlung in Höhe von ½ der vollen Rente: Zuverdienst 902,18 Euro (Ost), 978,08 Euro (West)
  • Rentenzahlung in Höhe von ¾ der vollen Rente: Zuverdienst 666,83 Euro (Ost), 722,93 Euro (West)

Auch hier ist es natürlich möglich, dass die Nebeneinkünfte an zwei Terminen pro Jahr überschritten werden dürfen, ohne dass eine Kürzung der Erwerbsminderungsrente droht.

  • Sollte die Überschreitung jedoch häufiger vorkommen, hat der Rentenversicherungsträger durchaus die Möglichkeit, die Rente bis auf 0 Euro zu reduzieren, also ganz zu verweigern.

Es ist daher wichtig, sich vorab über die Hinzuverdienstgrenzen zu informieren und ggf. auf einige Stunden Arbeit zu verzichten, um die Entgeltgrenzen einzuhalten. Wer unsicher ist, kann natürlich auch eine Rentenberatungsstelle aufsuchen, um gemeinsam mit den hier tätigen Mitarbeitern eine Lösung zu suchen.

Private Berufsunfähigkeitsversicherung immer wichtiger

Um in den Genuss der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente zu kommen, müssen wie beschrieben zahlreiche Voraussetzungen erfüllt werden. Außerdem müssen Versicherungsnehmer die Hinzuverdienstgrenzen beachten, damit die Rente nicht etwa gekürzt oder gar ganz gestrichen werden kann.

Deutlich einfacher wird es für Versicherungsnehmer einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese wird oft bereits dann ausgezahlt, wenn eine Berufsunfähigkeit von 50 Prozent vorliegt. Zudem verzichten viele Versicherungen auf die abstrakte Verweisung in andere Berufe.

Vorteile der BU Versicherung als Ergänzung der gesetzlichen EMR

  • Verweisung kann ausgeschlossen werden
  • Berufsunfähigkeitsrente schon ab 50% Arbeitsunfähigkeit
  • Höhe der Rente kann individuell gewählt werden
  • Sofortiger Rentenanspruch ohne Mindestbeitragszahlung

Ein Dachdecker also, der nicht mehr auf dem Dach arbeiten kann, wird seine BU Rente in jedem Fall erhalten. So ist es auch möglich, nebenbei arbeiten zu gehen und sich einen Zuverdienst zu sichern. Dieser ist allerdings in den meisten Fällen nicht nötig, denn die private BU Rente kann entsprechend dem eigenen Einkommen und damit ausreichend hoch vereinbart werden.

Aufgrund der zahlreichen Einschränkungen ist es für jeden Arbeitnehmer sinnvoll, einen privaten Vertrag zu vereinbaren und sich gegen eine Berufsunfähigkeit abzusichern.

  • Für Selbstständige und Freiberufler ist eine solche Absicherung ohnehin existenziell, denn die gesetzliche Rentenversicherung zahlt in ihrem Fall nicht.

Bei einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit droht hier ohne einen entsprechenden Vertrag der finanzielle Ruin.

Wir halten Sie auf dem aktuellen Stand der Dinge und informieren Sie Mitte Mai über die neuen Voraussetzungen, Berechnung und Hinzuverdienstgrenzen bei Erwerbsminderungsrente 2015

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