Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung steigen ab 2017

BU Nettobeitrag Bruttobeitrag

Kosten für die Berufsunfähigkeitsversicherung steigen ab 2017

Pünktlich zum neuen Jahr 2017 steigen die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Wie sich die sinkende Überschussbeteiligung aus Gründen der historisch niedrigen Zinsen auf den Brutto einerseits und auf die tatsächlich zu zahlenden Kosten (Nettobeitrag) andererseits, sollen einige Beispiele veranschaulichen.

Die Prämien in der Berufsunfähigkeitsversicherung sollen ab Januar 2017 im Durchschnitt anbieter- und tarifübergreifend um rund 5 Prozent steigen. Dies betrifft sowohl Bestandskunden als auch Versicherte bei einem Neuabschluss.

Sinkender Garantiezins treibt Kosten für die BU-Versicherung nach oben

Der anhaltend niedrige Zinssatz am Markt schmälert nicht nur die Ersparnisse der Sparer auf den Konten, sondern auch die Überschüsse von Versicherungsgesellschaften. Im Zuge dessen musste der Garantiezins auf Lebens- und Rentenversicherungen auf 0,9 Prozent gesenkt werden. Das hat auch Einfluss auf die Überschüsse der Berufsunfähigkeitsversicherer, die den anfangs niedrigeren Nettobeitrag nach oben anpassen müssen.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Unterschied zwischen Nettobeitrag (Zahlbeitrag) und Bruttobeitrag

Versicherte sehen auf ihrer Police immer zwei verschiedene Monatsbeiträge. Zum einen den höheren Bruttobeitrag und den niedrigeren Nettobeitrag. Während der Bruttobeitrag dem von der Versicherung errechneten Preis für eine Risikoabsicherung entspricht, entspricht der Nettobeitrag den tatsächlich zu entrichtenden Kosten für den Versicherten. Der Nettobeitrag kommt nach dem Abzug der Überschussbeteiligung aus dem Bruttobeitrag zustande.

Wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung nun jedoch aufgrund der niedrigen Zinsen einen geringeren Überschuss erwirtschaftet, reduziert sich der Bruttobetrag entsprechend weniger. Die Folge: der Nettobetrag und damit die tatsächlichen Kosten für die BU steigen. Die im Vertrag angegebene Nettoprämie ist nämlich nicht garantiert, theoretisch können die tatsächlichen Kosten bis zum Bruttobeitrag steigen.

Beispiel Nettobeitrag und Bruttobeitrag in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Hier drei mögliche Beispiele für die Berechnung Prämie in der BU, die am Markt durchaus üblich sind:

  • Beispiel 1: Bruttobeitrag 105, 50 Euro, Nettobeitrag 49,50 Euro
  • Beispiel 2: Bruttobeitrag 85,00 Euro, Nettobeitrag 55,00 Euro
  • Beispiel3: Bruttobeitrag 65,00 Euro, Nettobeitrag 65,00 Euro

Im Beispiel 1 heisst es konkret, dass der tatsächliche Zahlbeitrag auf bis zu 105,50 Euro im Monat steigen kann. Im zweiten Beispiel auf bis zu 85,00 Euro im Monat. Dagegen bleiben im dritten Beispiel die Kosten der BU-Versicherung konstant. Hier entspricht der Brutto- dem Nettobeitrag.

Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung in möglichst jungen Jahren sinnvoll

Der entscheidende Faktor für die Kostenberechnung in der Berufsunfähigkeitsverisherung ist neben dem aktuellen Gesundheitszustand und der gewünschten Rentenhöhe das Alter zum Zeitpunkt des Abschlusses. Je jünger der Versicherungsnehmer, desto niedriger der Beitrag.

Auch lohnt es sich, die Angebote am Markt zu vergleichen. So bestehen teils immense Preisunterschiede je nach Anbieter und Tarif. So zahlt ein 30 Jahre alter IT-Berater bei einer monatlichen BU-Rente von 1500 Euro bei der Hannoversche, der Canada Life oder der Interrisk einen Beitrag von 47 bis 53 Euro. Für den teuersten BU-Schutz muss dieser laut der Auswertung der Ratingagentur Franke & Bornberg eine Prämie von mehr als 100 Euro zahlen.

Die BU Testsieger im Blick behalten

Wer in 2017 eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschliessen möchte, sollte die Angebote am Markt genau prüfen. Diese Empfehlung spricht neben der Stiftung Warentest auch das Analysehaus Franke und Bornberg aus. Denn die Kosten variieren je nach Versicherer erheblich.

Da die Kosten nicht allein entscheidend sein sollten, lohnt ein Blick auf die Testergebnisse und Testberichte diverser Prüfer wie der Stiftung Warentest, Franke&Bornberg, Morgen&Morgen usw. In ihrem Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich gehen diese nämlich auch auf die wirtschaftliche Ertragskraft und zeichnen damit auch Versicherer mit stabilen Beiträgen und gutem Kundenservice aus.

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